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Wer sich in Hamburg die Nacht um die Ohren geschlagen hat und in den frühen Morgenstunden plötzlich von wolfsrudelartigem knurrendem Magen überfallen wird, der findet in Hamburgs Ausgehviertel reichhaltige Möglichkeiten, seine Zähne in etwas Essbares zu schlagen. Wer sich kulinarisch aber etwas höher hinauswagen möchte als Fischsemmel, Döner und Currywurst, die selbstredend nach einer durchzechten Nacht keine Konkurrenz finden werden, der sollte vielleicht schon vor der Streiftour durch die Szene einen Happen essen, denn Restaurants Hamburg genießen zurecht einen guten Ruf – nicht nur durch die Nähe der Küste, sondern auch durch die Rolle der Stadt als Handelsmetropole. Hier ist es leicht, an exotische Gewürze und Gewächse zu kommen, die Hamburger sind per se anspruchsvoll und daher können sich auch die Köche keinen Faux pas leisten. Hamburg führt im Städtevergleich mit elf Michelinsternen – für Schleckermäuler ist hier also etwas geboten. Bekannt aus Funk und Fernsehen ist dem werten Gast sicher das Tafelhaus des unerbittlichen Restaurant-Kritikers Christian Rach, der selbst keine Kritik zu befürchten hat. Bereits der Ausblick vom Tisch auf die abends unter den Lichtern der Stadt glitzernde Elbe stimmt einen auf die kulinarischen Genüsse ein, die einen erwarten. Die Karte ist klein, dafür kann man damit rechnen, dass der gegrillte Tintenfisch einem vor dem Verspeisen selbst noch die Serviette umhängt. Ein weiterer Stern am Himmel des Kochimperiums Hamburg ist die Küchenwerkstatt von Gerald Zogbaum. Hier wird wirklich alles handgemacht – naja, vielleicht bis auf das Porzellan – aber ansonsten wird das Brot selbst gebacken, die Pralinen selbst kreiert und der Küchenchef hat dazu ein Auge für das besonders wohlgefällige Arrangieren der Speisen, die man kaum noch auf die Gabel spießen möchte, sonst kunstvoll schillern bunte Pasteten und glasiertes Gemüse. Ebenfalls erwähnenswert ist das Sgroi, ein hell und geradlinig eingerichtetes Lokal der Autodidaktin Anna Sgroi, die raffiniert italienische Klassiker so zubereitet, dass sie immer wieder für Momente der Überraschung auf der Zungenspitze sorgt. Ebenfalls mediterran und empfehlenswert ist das Poletto, wer aber noch etwas ausgefallener speisen möchten, der besucht das Le Canard des Sternekochs Ali Güngörmüs, der sich, wie der Name schon erahnen lässt, auf orientalischen Gaumenschmaus versteht und zudem eines der reizvollsten Restaurants Hamburgs direkt an der Elbe führt. Angenehmerweise ist das Interieur nicht überkandidelt und steif, sondern licht und puristisch eingerichtet – man kann sich hier also aufs Essen konzentrieren. Falls der Magen zwar nun voll, der Geldbeutel aber ziemlich leer ist, der kann ja dann immer noch den Rest seines Hamburgaufenthaltes auf Fischsemmel und Currywurst zurückgreifen. Im
Telefonbuch Hamburg finden sich auch für diese Cuisine weit über 200 Frittenstände und Imbissbuden!
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